Wallbox 11 kW oder 22 kW? Der große Vergleich
Ladeleistung, Genehmigung, Kosten, Fahrzeugkompatibilität: Wir zeigen dir, welche Wallbox wirklich zu dir passt – und wann sich der Aufpreis für 22 kW lohnt.
11 kW vs. 22 kW auf einen Blick
Die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden gängigsten Wallbox-Klassen – direkt gegenübergestellt.
11-kW-Wallbox
Der Standard fürs Eigenheim: genehmigungsfrei, kompatibel mit jedem E-Auto und ideal, um über Nacht voll zu laden.
22-kW-Wallbox
Die Highspeed-Variante: doppelte AC-Ladeleistung, aber genehmigungspflichtig und nur mit passenden Fahrzeugen sinnvoll.
| Merkmal | 11 kW | 22 kW |
|---|---|---|
| Stromstärke pro Phase | 16 A | 32 A |
| Phasen | 3-phasig (400 V) | 3-phasig (400 V) |
| Ladezeit 60-kWh-Akku (0–100 %) | ca. 5,5 h | ca. 2,75 h |
| Anmeldung beim Netzbetreiber | Ja, meldepflichtig | Ja, meldepflichtig |
| Genehmigung nötig? | Nein | Ja, ausdrückliche Zustimmung |
| Typischer Hardware-Preis | 400 – 900 € | 700 – 1.500 € |
| Kompatibel mit allen E-Autos (AC) | Praktisch alle Modelle | Nur Fahrzeuge mit 22-kW-Onboard-Lader |
Was steckt technisch dahinter?
Beide Wallboxen laden dreiphasig über 400 V Drehstrom. Der Unterschied liegt in der Stromstärke pro Phase.
Eine 11-kW-Wallbox zieht 16 Ampere pro Phase. Rechnerisch ergibt das 3 × 400 V × 16 A ≈ 11 kW. Eine 22-kW-Wallbox verdoppelt die Stromstärke auf 32 Ampere pro Phase – also 3 × 400 V × 32 A ≈ 22 kW.
Auf dem Papier bedeutet das: doppelte Ladeleistung, halbe Ladezeit. In der Praxis hängt die tatsächliche Ladegeschwindigkeit aber vom Onboard-Lader deines E-Autos ab. Viele Modelle – von VW ID.3 über BMW i4 bis Hyundai Ioniq 5 – laden AC-seitig nur mit maximal 11 kW. Eine 22-kW-Wallbox bringt dir dann keinen einzigen Kilowatt mehr.
Zusätzlich muss der Hausanschluss 22 kW dauerhaft bereitstellen können, ohne dass andere Verbraucher (Herd, Wärmepumpe, Durchlauferhitzer) an ihre Grenzen kommen. In vielen älteren Einfamilienhäusern ist das ohne Lastmanagement kritisch.
Anmeldung & Genehmigung
Ob 11 kW oder 22 kW entscheidet nicht nur über die Ladegeschwindigkeit – sondern auch über den Weg zur Inbetriebnahme.
11 kW – nur anmelden
Wallboxen bis einschließlich 11 kW sind laut § 19 NAV beim örtlichen Netzbetreiber meldepflichtig, aber nicht genehmigungspflichtig. Dein Elektriker meldet die Anlage an – installieren und in Betrieb nehmen darfst du sie direkt.
- Keine Wartezeit auf Zustimmung
- Weniger Bürokratie
- Für fast jeden Hausanschluss geeignet
22 kW – Genehmigung nötig
Alles über 11 kW ist genehmigungspflichtig. Der Netzbetreiber prüft, ob dein Hausanschluss die Leistung verträgt. Erst nach schriftlicher Freigabe darf die Wallbox in Betrieb gehen.
- Bearbeitungszeit einplanen
- Ggf. Hausanschluss-Ausbau nötig
- Volle Ladeleistung für passende Fahrzeuge
Welche Wallbox passt zu dir?
Für die meisten Haushalte ist die Antwort eindeutig – für einige Sonderfälle lohnt sich der Blick auf 22 kW.
Empfehlung: 11 kW
- Einfamilienhaus mit einem oder zwei E-Autos
- Fahrzeug wird über Nacht geladen
- Tägliche Fahrleistung unter 200 km
- Kombination mit PV-Anlage geplant
Empfehlung: 22 kW
- Gewerbe, Mehrfamilienhaus, Fuhrpark
- Fahrzeug mit 22-kW-AC-Lader (z. B. Renault Zoe)
- Kurze Standzeiten, häufiges Zwischenladen
- Hausanschluss ist ausreichend dimensioniert
Häufige Fragen: 11 kW oder 22 kW
Unsicher, welche Wallbox passt?
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